Claudia Lenz ist Diplom-Ökotrophologin. Im Interview erklärt die Essener Ernährungswissenschaftlerin, worauf beim trinken zu achten ist.
Frau Lenz, welches Trinkverhalten empfehlen Sie?
Am besten ist, etwa alle ein bis zwei Stunden, ein bis zwei Gläser Wasser zu trinken. Zu viel Flüssigkeit auf einmal scheidet der Körper ungenutzt aus, ohne dass sie aus dem Darm ins Blut aufgenommen wurde. Außerdem rate ich schon morgens zum Kaffee oder Tee ein Glas Mineralwasser zu trinken, um mit reichlich Flüssigkeit in den Tag zu starten.
Welche Getränke eigenen sich besonders?
Als Durstlöscher eignen sich kalorienarme, ungesüßte Getränke wie zum Beispiel Mineralwasser.
Woran erkennt man, dass man zu wenig getrunken hat?
Zeichen für einen Flüssigkeitsmangel sind zum Beispiel ein geringer Harndrang, trockene Haut, Kreislaufprobleme, Muskelkrämpfe, Konzentrationsschwäche, chronische Müdigkeit und Stressanfälligkeit. Übrigens: Hungergefühle zwischen den Mahlzeiten können fehlgedeutete Durstsignale sein.
Was sind die Vorteile von niedermineralisiertem Wasser?
Es eignet sich als neutralisierender Begleiter von Speisen und Getränken. Aber auch als unaufdringlicher, vielseitig kombinierbarer Durstlöscher. Je niedriger der Mineraliengehalt, desto neutraler der Eigengeschmack.
Niedermineralisiertes Wasser bietet sich zudem für die Zubereitung von Babynahrung an. Säuglinge und Kleinkinder reagieren besonders empfindlich auf Kochsalz und Mineralien. Ihre Nieren sind noch nicht ausgereift und würden unnötig belastet. Bei Erwachsenen schützt niedermineralisiertes Wasser vor einer zu hohen Natriumzufuhr.
Für wen ist eine natrium- und kochsalzarme Ernährung wichtig?
Natrium verhindert die Ausscheidung von Wasser aus dem Körper. Eine natriumarme Diät trägt dazu bei, den Wasseranteil des Blutes zu verringern sowie Blutvolumen und Blutdruck zu senken.
Deshalb eignet sich natriumarmes Mineralwasser zum einen für viele Menschen mit Bluthochdruck, zum anderen aber auch für Patienten mit Ödemen, Herzinsuffizienz sowie Asthma bronchiale.
In Deutschland dürfen Wässer mit weniger als 20 mg/l als natrium- und kochsalzarm bezeichnet werden. Das kochsalzärmste Mineralwasser hierzulande ist Black Forest still.